Glossar zur Hundesteuer
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Kurze Antwort
30 Begriffe rund um Hundesteuer, Listenhunde und Pflichten für Hundehalter, jeweils kurz erklärt und mit Quelle.
- Abmeldung des HundesEndet die Haltung, musst du deinen Hund bei der Hundesteuer abmelden, meist innerhalb eines Monats. Anlass sind Tod, Abgabe, Verlust oder Wegzug. Ohne Abmeldung läuft die Steuer oft weiter.
- AnmeldefristDie Anmeldefrist ist die Zeit, in der du einen neuen Hund bei der Hundesteuer anmelden musst. Sie steht in der Satzung deiner Gemeinde und beträgt oft einen Monat ab Aufnahme, Zuzug oder Erreichen des Mindestalters.
- AssistenzhundEin Assistenzhund ist ein speziell ausgebildeter Hund, der einem Menschen mit Behinderung Teilhabe ermöglicht. Das Behindertengleichstellungsgesetz regelt Zutrittsrechte, die Hundesteuer regelt die Gemeinde.
- AufwandsteuerEine Aufwandsteuer besteuert Ausgaben für die persönliche Lebensführung, die über den Grundbedarf hinausgehen. Die Hundesteuer und die Zweitwohnungsteuer sind die bekanntesten örtlichen Aufwandsteuern.
- DiensthundEin Diensthund wird von einer Behörde wie Polizei, Zoll oder Bundeswehr für dienstliche Aufgaben gehalten. Ist die Haltung eine Dienstpflicht, darf dafür keine Hundesteuer erhoben werden.
- Ermäßigung der HundesteuerEine Ermäßigung senkt die Hundesteuer für einen Hund, ohne sie ganz zu erlassen. Ob und für wen es Ermäßigungen gibt, entscheidet jede Gemeinde in ihrer Satzung. Du musst sie in der Regel beantragen.
- ErsthundErsthund ist der erste steuerpflichtige Hund in deinem Haushalt. Für ihn gilt der Grundbetrag der Hundesteuer deiner Gemeinde. Jeder weitere Hund wird oft mit einem höheren Satz besteuert.
- Gefährlicher HundAls gefährlich gilt ein Hund, wenn das Landesrecht das für seine Rasse vermutet oder eine Behörde es nach einem Vorfall im Einzelfall feststellt. Für seine Haltung gelten strenge Auflagen.
- HebesatzDer Hebesatz ist ein Prozentsatz, den die Gemeinde für die Grundsteuer und die Gewerbesteuer festlegt. Bei der Hundesteuer gibt es keinen Hebesatz, sie wird mit festen Beträgen je Hund erhoben.
- HundebestandsaufnahmeBei einer Hundebestandsaufnahme lässt die Gemeinde Haushalte befragen, um nicht angemeldete Hunde zu finden. Oft übernimmt das ein beauftragtes Unternehmen. Fragen zur Hundehaltung musst du in der Regel wahrheitsgemäß beantworten.
- HundeführerscheinDer Hundeführerschein ist eine Prüfung für Halter und Hund, die sicheres Führen im Alltag belegt. Je nach Land ist er Pflicht, Voraussetzung für Erleichterungen oder rein freiwillig.
- HundehaftpflichtversicherungDie Hundehaftpflichtversicherung zahlt berechtigte Ansprüche, wenn dein Hund jemanden verletzt oder etwas beschädigt. In einigen Ländern ist sie für alle Hunde Pflicht, in anderen nur für bestimmte Hunde.
- HunderegisterEin Hunderegister verknüpft die Chipnummer deines Hundes mit deinen Halterdaten. Einige Länder führen ein amtliches Pflichtregister, daneben gibt es freiwillige private Haustierregister.
- HundesteuerDie Hundesteuer ist eine örtliche Steuer, die deine Gemeinde für das Halten eines Hundes erhebt. Wie hoch sie ist und wer befreit wird, legt in der Regel deine Gemeinde in ihrer Hundesteuersatzung fest.
- HundesteuermarkeDie Hundesteuermarke ist der sichtbare Nachweis, dass dein Hund bei der Gemeinde angemeldet ist. Viele Satzungen verlangen, dass der Hund sie außerhalb von Wohnung und Grundstück gut sichtbar trägt.
- HundesteuersatzungDie Hundesteuersatzung ist das Ortsrecht deiner Gemeinde zur Hundesteuer. Sie legt Steuersätze, Fristen, Befreiungen, Ermäßigungen und die Pflichten rund um die Steuermarke verbindlich fest.
- KampfhundesteuerKampfhundesteuer nennt man den erhöhten Hundesteuersatz, den viele Gemeinden für gefährliche Hunde oder Listenhunde verlangen. Er ist erlaubt, darf aber die Haltung nicht praktisch unmöglich machen.
- Kennzeichnungspflicht (Chip)Die Kennzeichnungspflicht verlangt, dass dein Hund mit einem Mikrochip unter der Haut eindeutig identifizierbar ist. Ob sie für alle Hunde gilt, regelt jedes Land selbst. Für Reisen in der EU ist der Chip Pflicht.
- Kommunalabgabengesetz (KAG)Das Kommunalabgabengesetz ist ein Landesgesetz. Es erlaubt Gemeinden, Steuern, Gebühren und Beiträge per Satzung zu erheben, und ist damit die Grundlage für jede Hundesteuersatzung.
- ListenhundEin Listenhund ist ein Hund, dessen Rasse in einer Rasseliste des Landesrechts steht. Für ihn gelten oft strengere Halterpflichten und in vielen Gemeinden ein höherer Hundesteuersatz.
- RasselisteEine Rasseliste ist die Aufzählung von Hunderassen im Landesrecht, bei denen eine Gefährlichkeit vermutet wird oder besondere Pflichten gelten. Jedes Land entscheidet selbst, ob und welche Liste es führt.
- SachkundenachweisMit dem Sachkundenachweis belegst du, dass du einen Hund sicher halten und führen kannst. Ob du ihn brauchst, hängt vom Land und vom Hund ab. In Niedersachsen gilt die Pflicht für alle Ersthalter.
- Staffelung der HundesteuerStaffelung heißt: Der Steuersatz steigt mit der Zahl der Hunde im Haushalt. Viele Gemeinden verlangen für den zweiten und weitere Hunde mehr als für den ersten und haben eigene Sätze für gefährliche Hunde.
- SteuerbefreiungBei einer Steuerbefreiung zahlst du für einen bestimmten Hund gar keine Hundesteuer. Welche Hunde befreit sind, regelt die Satzung deiner Gemeinde. Meist ist ein Antrag mit Nachweisen nötig.
- SteuerbescheidDer Hundesteuerbescheid ist der schriftliche Verwaltungsakt, mit dem die Gemeinde die Hundesteuer festsetzt. Er nennt Betrag, Zeitraum und Fälligkeit und enthält eine Belehrung, wie du dich wehren kannst.
- Tierhalterhaftung (§ 833 BGB)Nach § 833 BGB haftet der Halter eines Hundes für Schäden, die das Tier verursacht, grundsätzlich auch ohne eigenes Verschulden. Das nennt man Gefährdungshaftung.
- WesenstestEin Wesenstest prüft, ob ein Hund in Alltagssituationen sicher und ohne übersteigerte Aggression reagiert. Je nach Land ist er Voraussetzung für eine Erlaubnis oder für eine Befreiung von Leinen- und Maulkorbpflicht.
- Widerspruch gegen den HundesteuerbescheidMit einem Widerspruch lässt du einen Hundesteuerbescheid von der Gemeinde überprüfen. Er ist meist innerhalb eines Monats schriftlich einzulegen und befreit nicht von der Pflicht, zunächst zu zahlen.
- ZweithundZweithund ist der zweite steuerpflichtige Hund im selben Haushalt. Viele Gemeinden verlangen für ihn einen höheren Steuersatz als für den Ersthund, um die Zahl der Hunde zu begrenzen.
- ZweitwohnungsteuerDie Zweitwohnungsteuer ist eine örtliche Aufwandsteuer auf das Innehaben einer weiteren Wohnung neben der Hauptwohnung. Sie wird meist als Prozentsatz der Nettokaltmiete berechnet und per Satzung erhoben.
Die 5 häufigsten Fragen zur Hundesteuer
Wie viel Hundesteuer zahlt man in Deutschland?
Eine bundesweit einheitliche Hundesteuer gibt es nicht, jede Gemeinde setzt sie in ihrer Satzung fest. In den 17 Städten, deren Satzung wir ausgewertet haben, kostet der erste Hund zwischen 90 € und 174 € im Jahr, in der Mitte 150 €.
Muss man als Rentner Hundesteuer zahlen?
Ja, das Alter allein befreit nicht von der Hundesteuer. In 8 von 17 ausgewerteten Satzungen gibt es aber eine Ermäßigung für Empfänger bestimmter Sozialleistungen, zum Beispiel Grundsicherung im Alter. Ermäßigungen setzen in der Regel einen Antrag voraus.
Ist es strafbar, keine Hundesteuer zu zahlen?
Wer seinen Hund nicht anmeldet, verkürzt eine Steuer. Das kann nach dem Kommunalabgabengesetz des Landes als Ordnungswidrigkeit mit Bußgeld oder als Steuerhinterziehung verfolgt werden. Zusätzlich setzt die Gemeinde die Steuer rückwirkend fest.
Wie wird kontrolliert, ob man Hundesteuer zahlt?
Gemeinden können über die Steuermarke oder den Steuernachweis, über Hinweise und über Hundebestandsaufnahmen, bei denen beauftragte Mitarbeitende Haushalte befragen, kontrollieren. Wer angemeldet ist, kann das mit dem Steuerbescheid belegen.
Was ändert sich 2026 für Hundehalter?
Neu gefasst zum Jahr 2026 haben ihre Hundesteuer: Köln, Leipzig, Stuttgart und Essen. Bereits beschlossene Änderungen gibt es in: München und Nürnberg (Details auf den Stadtseiten).