Wesenstest
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Kurz erklärt
Ein Wesenstest prüft, ob ein Hund in Alltagssituationen sicher und ohne übersteigerte Aggression reagiert. Je nach Land ist er Voraussetzung für eine Erlaubnis oder für eine Befreiung von Leinen- und Maulkorbpflicht.
Was ist ein Wesenstest?
Beim Wesenstest beobachtet ein anerkannter Prüfer, wie sich ein Hund in verschiedenen Situationen verhält, etwa bei Begegnungen mit Menschen, anderen Hunden, Lärm oder Bedrängung. Ziel ist eine Aussage darüber, ob vom Hund eine erhöhte Gefahr ausgeht. Die Länder verwenden unterschiedliche Begriffe, zum Beispiel Verhaltensprüfung in Nordrhein-Westfalen. Ein Ergebnis, das keine erhöhte Gefährlichkeit feststellt, wird oft Negativzeugnis genannt.
Wer den Test abnehmen darf, regelt das Landesrecht. In Niedersachsen sind das Tierärzte oder andere vom Fachministerium zugelassene Personen. In Nordrhein-Westfalen wird die Verhaltensprüfung bei der für den Tierschutz zuständigen Behörde abgelegt, für bestimmte Rassen auch bei anerkannten Sachverständigen.
Wann brauchst du einen Wesenstest?
Das hängt vom Land und vom Hund ab. Typische Anlässe sind:
- Erlaubnis zur Haltung eines als gefährlich eingestuften Hundes, etwa in Niedersachsen
- Befreiung von Leinen- oder Maulkorbpflicht, etwa nach § 5 Abs. 3 LHundG NRW
- Freistellung bestimmter gelisteter Rassen, etwa in Hamburg
- Prüfung nach einem Beißvorfall auf Anordnung der Behörde
Senkt ein Wesenstest die Hundesteuer?
Nicht automatisch. Der Wesenstest betrifft die Halterpflichten nach Landesrecht, die Steuer regelt die Satzung der Gemeinde. Das Bundesverwaltungsgericht hat 2014 entschieden, dass eine Gemeinde einen erhöhten Steuersatz für Kampfhunde auch dann verlangen darf, wenn für den einzelnen Hund ein Negativzeugnis vorliegt. Einige Satzungen sehen trotzdem eine Ausnahme vor, wenn der Hund den Test bestanden hat. Das musst du für deine Gemeinde prüfen.
Die Kosten des Tests richten sich nach Prüfer und Land. Verlässliche Angaben bekommst du bei der zuständigen Behörde oder beim Prüfer selbst. Bewahre das Ergebnis gut auf. Du brauchst es bei Kontrollen, bei einem Umzug und unter Umständen für einen Antrag bei der Steuerabteilung.
Quellen
- LAVES Niedersachsen, Fragen und Antworten zum Niedersächsischen Hundegesetz (NHundG) (Stand Oktober 2026)
- Hundegesetz für das Land Nordrhein-Westfalen (LHundG NRW) (Stand Oktober 2026)
- Freie und Hansestadt Hamburg, Hundegesetz (Stand Oktober 2026)
- BVerwG, Urteil vom 15.10.2014, 9 C 8.13 (Pressemitteilung 60/2014) (Stand Oktober 2026)
Die 5 häufigsten Fragen: Wesenstest
Was wird beim Wesenstest geprüft?
Geprüft wird, wie dein Hund auf Alltagssituationen reagiert, zum Beispiel auf fremde Menschen, andere Hunde, Lärm oder Bedrängung. Der Prüfer bewertet, ob der Hund übersteigert aggressiv reagiert. Der genaue Ablauf hängt von den Vorgaben des Landes ab.
Wer darf einen Wesenstest abnehmen?
Das regelt das Landesrecht. Häufig sind es Amtstierärzte, zugelassene Tierärzte oder anerkannte Sachverständige. Frag vorher bei deiner Ordnungsbehörde, welche Prüfer sie anerkennt.
Was kostet ein Wesenstest?
Die Kosten unterscheiden sich je nach Land und Prüfer. Feste bundesweite Preise gibt es nicht. Erkundige dich vor der Anmeldung direkt beim Prüfer oder bei der Behörde.
Was passiert, wenn mein Hund den Wesenstest nicht besteht?
Dann bleiben die Auflagen bestehen, etwa Leinen- und Maulkorbpflicht. Je nach Land kann die Behörde weitere Maßnahmen anordnen. Ob und wann du den Test wiederholen kannst, regelt das Landesrecht.
Muss ich nach bestandenem Wesenstest weniger Hundesteuer zahlen?
Nicht automatisch. Gemeinden dürfen nach der Rechtsprechung einen erhöhten Satz auch bei Hunden mit Negativzeugnis verlangen. Manche Satzungen machen trotzdem eine Ausnahme, das steht dann ausdrücklich darin.