Hundesteuer für den Zweithund und mehrere Hunde
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Kurze Antwort
Viele Gemeinden verlangen für den zweiten und jeden weiteren Hund einen höheren Steuersatz, weil sie neben Einnahmen auch die Zahl der Hunde begrenzen wollen. Gezählt werden in der Regel alle Hunde eines Haushalts, auch die des Partners, und wie genau gestaffelt wird, steht in der Satzung deiner Gemeinde.

Warum ein Zweithund mehr kosten kann
Die Hundesteuer dient nicht nur dazu, Einnahmen zu erzielen. Viele Gemeinden verfolgen damit auch einen Lenkungszweck: Die Zahl der Hunde im Gemeindegebiet soll begrenzt werden, etwa wegen Verschmutzung, Lärm oder Konflikten im öffentlichen Raum. Das Bundesverwaltungsgericht hat in seinem Urteil vom 15. Oktober 2014 (9 C 8.13) bestätigt, dass eine Gemeinde mit der Hundesteuer neben fiskalischen Zwecken auch Lenkungszwecke verfolgen darf. Eine Grenze zieht das Gericht dort, wo eine Steuer so hoch wird, dass sie wie ein faktisches Verbot wirkt.
Ein höherer Satz für weitere Hunde ist eine verbreitete Form dieser Lenkung, aber keine Pflicht. Die Mustersatzung des bayerischen Innenministeriums bietet den Gemeinden ausdrücklich zwei Varianten an: einen einheitlichen Satz für jeden Hund oder gestaffelte Sätze für den ersten, zweiten und jeden weiteren Hund. Es gibt deshalb Gemeinden, in denen ein zweiter Hund genauso viel kostet wie der erste.
Wie die Staffel aufgebaut sein kann
In der Praxis begegnen dir zwei Bauweisen. Bei der ersten richtet sich der Satz nach der Position des Hundes: Der erste Hund kostet den Grundsatz, der zweite einen höheren Satz und jeder weitere unter Umständen noch mehr. Bei der zweiten richtet sich der Satz nach der Gesamtzahl der Hunde im Haushalt. So knüpft die Bielefelder Satzung an die Fälle ein Hund, zwei Hunde sowie drei oder mehr Hunde an. Je nach Formulierung gilt der höhere Satz dann für jeden gehaltenen Hund.
Welche Variante deine Gemeinde nutzt, erkennst du an der Formulierung im Paragrafen zum Steuersatz. Achte auf Wendungen wie «für den zweiten Hund» oder «wenn zwei Hunde gehalten werden, je Hund». Gefährliche Hunde haben in vielen Satzungen eigene Sätze, die getrennt von der normalen Staffel stehen.
Welche Hunde mitgezählt werden
Viele Satzungen zählen nicht pro Person, sondern pro Haushalt. Nach dem bayerischen Muster und der Bielefelder Satzung gelten alle Hunde, die in einem Haushalt gehalten werden, als von allen Haushaltsmitgliedern gemeinsam gehalten. Mehrere Halter haften als Gesamtschuldner. Zieht dein Partner oder deine Partnerin mit Hund bei dir ein, wird dieser Hund in der Regel zum Zweithund deines Haushalts, auch wenn ihr ihn getrennt angemeldet habt.
Hunde mit einer Steuerbefreiung zählen nach beiden Satzungen bei der Staffel nicht mit. Hunde mit einer Ermäßigung zählen dagegen mit. Das bayerische Muster behandelt sie ausdrücklich als Ersthunde. Hältst du einen befreiten Assistenzhund und einen weiteren Hund, kann der weitere Hund also als Ersthund gelten. Ob das in deiner Gemeinde so ist, klärt die Satzung.
Pflegehunde, Besuchshunde und Welpen
Nicht jeder Hund, der zeitweise bei dir lebt, zählt sofort zur Staffel. Viele Satzungen nehmen Hunde, die nur vorübergehend in Pflege, auf Probe oder zur Verwahrung aufgenommen werden, für eine Übergangszeit aus. In Bielefeld beginnt die Steuerpflicht für solche Hunde erst, wenn die Aufnahme länger als zwei Monate dauert. Auch Personen, die sich nur kurz in einer Gemeinde aufhalten und ihren Hund anderswo versteuern, sind dort nach manchen Satzungen befreit, in Bielefeld für bis zu zwei Monate.
Welpen aus eigener Zucht zählen in der Regel erst mit, wenn sie das Mindestalter der Satzung erreichen, oft drei oder vier Monate. Wer regelmäßig züchtet, sollte prüfen, ob die Gemeinde einen eigenen Zwingersatz kennt, wie ihn zum Beispiel Bremen anbietet, statt jeden Hund einzeln nach der Staffel zu besteuern.
Wenn der Ersthund stirbt oder abgegeben wird
Ändert sich die Zahl deiner Hunde, verändert sich oft auch die Einstufung. So gehst du vor:
- Den verstorbenen oder abgegebenen Hund bei der Steuerstelle abmelden, mit Datum und gegebenenfalls Nachweis.
- Prüfen, ob der verbleibende Hund in der Satzung künftig als einziger oder erster Hund gilt.
- Den neuen Steuerbescheid abwarten und kontrollieren, ab welchem Zeitpunkt der niedrigere Satz angesetzt wird.
- Bei einem Ersatzhund die Satzung lesen: Nach dem bayerischen Muster fällt für einen Hund, der einen verstorbenen oder abgegebenen ersetzt, im selben Jahr in der Regel keine zusätzliche Steuer an.
- Bei Unklarheiten innerhalb der Frist aus der Rechtsbehelfsbelehrung Widerspruch einlegen oder vorher bei der Steuerstelle nachfragen.
So schätzt du die Kosten für zwei Hunde
Eine pauschale Antwort auf die Frage, was zwei Hunde an Steuern kosten, gibt es nicht, weil jede Gemeinde eigene Sätze festlegt. Rechne nach dem Modell deiner Satzung: Bei der Positionsstaffel addierst du den Satz für den ersten und den für den zweiten Hund. Bei der Gesamtzahlstaffel nimmst du den Satz für zwei Hunde und multiplizierst ihn, wenn er je Hund gilt, mit zwei.
Bedenke außerdem mögliche Sondersätze. Gehört einer der Hunde zu einer Rasse, die deine Gemeinde als gefährlich einstuft, gilt für ihn häufig ein deutlich höherer Satz, und Vergünstigungen sind oft ausgeschlossen. Den aktuellen Satz deiner Gemeinde findest du auf der jeweiligen Gemeindeseite, mit dem Rechner kannst du mehrere Hunde direkt durchspielen.
Quellen
- Bayerisches Staatsministerium des Innern: Mustersatzung für die Erhebung einer Hundesteuer (BayMBl. 2020 Nr. 471, geändert 22.07.2025) (Stand Oktober 2026)
- Stadt Bielefeld: Hundesteuersatzung (Beispiel einer NRW-Satzung) (Stand Oktober 2026)
- BVerwG, Urteil vom 15.10.2014, 9 C 8.13 (Pressemitteilung 60/2014) (Stand Oktober 2026)
- Bremen: Merkblatt Hundesteuer, Befreiungen und Ermäßigungen (Stand Oktober 2026)
Die 5 häufigsten Fragen
Warum kostet ein Zweithund mehr Hundesteuer?
Viele Gemeinden wollen mit einem höheren Satz die Zahl der Hunde im Gemeindegebiet begrenzen. Das Bundesverwaltungsgericht erkennt solche Lenkungszwecke grundsätzlich an, solange die Steuer nicht wie ein Verbot wirkt. Eine Pflicht zur Staffelung gibt es nicht, manche Gemeinden verlangen für jeden Hund denselben Satz.
Was kosten 2 Hunde an Steuern?
Das hängt allein von der Satzung deiner Gemeinde ab. Je nach Modell addierst du den Satz für den ersten und den zweiten Hund, oder es gilt ein Satz je Hund für Haushalte mit zwei Hunden. Den genauen Betrag liefern die Gemeindeseite und der Rechner.
Zählt der Hund des Partners mit?
In der Regel ja, wenn ihr in einem Haushalt lebt. Viele Satzungen sehen alle Hunde eines Haushalts als gemeinsam gehalten an, sodass der Hund des Partners zum Zweithund werden kann. Befreite Hunde zählen bei der Staffel meist nicht mit.
Wer ist der Ersthund, wenn ein Hund stirbt?
Nach der Abmeldung des verstorbenen Hundes gilt der verbleibende Hund in der Regel als erster oder einziger Hund. Ab wann die Gemeinde den niedrigeren Satz ansetzt, regelt die Satzung. Melde den Tod deshalb zügig ab und prüfe den neuen Bescheid.
Gilt der höhere Satz für alle Hunde?
Das kommt auf die Formulierung der Satzung an. Bei einer Staffel nach Position zahlst du nur für den zweiten und weitere Hunde mehr. Knüpft die Satzung an die Gesamtzahl der Hunde an, kann der höhere Satz für jeden Hund im Haushalt gelten.